Schutzkonzept & Kinderschutz beim SV Marienloh e.V.
Unsere Haltung
Der SV Marienloh e.V. versteht sich als ein Ort, an dem sich alle Menschen – insbesondere Kinder und Jugendliche – sicher, respektiert und wertgeschätzt fühlen sollen. Sport lebt von Vertrauen, Gemeinschaft und Nähe. Genau deshalb ist es uns ein besonderes Anliegen, klare Grenzen zu setzen und ein achtsames Miteinander aktiv zu fördern.
Der Schutz vor interpersonaler Gewalt ist für uns kein Randthema, sondern ein fester Bestandteil unserer Vereinsarbeit. Der Vorstand hat hierzu am 10. April 2025 einen verbindlichen Beschluss gefasst und damit die Grundlage für die Entwicklung und Umsetzung unseres Schutzkonzeptes geschaffen.
Darüber hinaus wurde dieses Selbstverständnis auch strukturell verankert: In der Jahreshauptversammlung am 13. März 2026 wurde die Aufnahme einer entsprechenden Präambel in unsere Satzung einstimmig beschlossen. Darin heißt es:
„Der Schutz und das Wohlergehen aller Mitglieder, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, haben höchste Priorität. Der Verein bekennt sich zu den Grundsätzen der Prävention und des aktiven Hinsehens im Umgang mit psychischer, körperlicher und sexualisierter Gewalt.“
Diese Haltung ist für uns verbindlich und prägt unser tägliches Handeln im Verein. Jede Form von Gewalt, Grenzverletzung oder Diskriminierung hat bei uns keinen Platz.
Statement des Vorstands
„Sport soll ein sicherer Raum sein, in dem sich nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern alle frei entwickeln können. Dafür tragen wir als SV Marienloh e.V. gemeinsam Verantwortung – und dieser Verantwortung stellen wir uns ganz bewusst.“
– Hendrik Fieseler, 2. Vorsitzender des SV Marienloh e.V.
Unsere Ansprechpersonen
Du hast Fragen, bist unsicher oder möchtest etwas ansprechen? Unsere Ansprechpersonen sind für dich da – vertraulich, offen und unterstützend:
- Ina Jozefiak
- Helga Lemmes
- Mirko Zurbonsen
Du kannst dich jederzeit an sie wenden – persönlich oder über die bekannten Kontaktwege im Verein.
Unser Schutzkonzept – kurz erklärt
Mit unserem Schutzkonzept schaffen wir klare Strukturen und Orientierung für ein sicheres Vereinsleben. Dabei sind wir in mehreren Bereichen aktiv:
- Klare Haltung: Null-Toleranz gegenüber Gewalt und Diskriminierung
- Verhaltensregeln: Verbindliche Leitlinien für Trainer*innen, Übungsleiter*innen und Mitarbeitende
- Mitarbeiterauswahl: Sorgfältige Auswahl und Verpflichtung aller Mitarbeitenden – einschließlich der Unterzeichnung eines Ehrenkodex sowie der Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses alle 3 Jahre
- Qualifizierung: Regelmäßige Schulungen und Sensibilisierung
- Verantwortung: Benennung von geschulten Ansprechpersonen
- Transparenz: Offene Kommunikations- und Beschwerdewege
- Prävention: Stärkung von Kindern und Jugendlichen sowie klare Strukturen im Alltag
- Intervention: Verbindliche Abläufe für den Umgang mit Verdachtsfällen
Unser Ziel ist es, nicht erst im Ernstfall zu reagieren, sondern Risiken frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.
Unser nächster Schritt
Der SV Marienloh e.V. entwickelt sein Schutzkonzept kontinuierlich weiter. Aktuell machen wir uns auf den Weg, dem Qualitätsbündnis zum Schutz vor sexualisierter und interpersonaler Gewalt im Sport in NRW beizutreten.
Damit möchten wir unsere Standards weiter stärken und unser Engagement für ein sicheres Vereinsumfeld konsequent ausbauen.
Was ist interpersonelle Gewalt im Sport?
Interpersonelle Gewalt hat viele Erscheinungsformen und beginnt häufig nicht mit offensichtlichen Übergriffen. Oft sind es zunächst Grenzverletzungen, die ernst genommen werden müssen.
Im Sportkontext kann sich dies unter anderem zeigen durch:
- unangemessene oder unnötige Berührungen (z. B. bei Hilfestellungen)
- körperliche Übergriffe wie Schubsen, Schlagen oder übermäßig hartes Training als Bestrafung
- Anschreien, Demütigen oder Bloßstellen vor der Gruppe
- anzügliche Bemerkungen über Körper oder Aussehen
- abwertende Kommentare, sexistische oder diskriminierende Witze
- Drohungen (z. B. Entzug von Spielzeit, Ausschluss aus dem Kader)
- Mobbing, Ausgrenzung oder Verbreitung von Gerüchten
- Verletzungen der Privatsphäre in Umkleiden und Duschen
- unangemessener Umgang mit Fotos und Videos in sozialen Netzwerken
- gezieltes Bedrängen, Belästigen oder Ignorieren von Hilfesignalen
- bis hin zu schwerwiegenden Übergriffen und strafbaren Handlungen
Wichtig: Auch vermeintlich „kleine“ Grenzverletzungen können Teil einer problematischen Entwicklung sein und werden bei uns ernst genommen.
Warum kann der Sport ein sensibler Bereich sein?
Warum ist der Sport für die Täter*innen ein potenziell attraktives Umfeld?
Sport bietet viele Chancen für Entwicklung, Gemeinschaft und Selbstvertrauen. Gleichzeitig gibt es strukturelle Besonderheiten, die besondere Aufmerksamkeit erfordern:
- Körperkontakt ist in vielen Sportarten unvermeidbar
- Umkleide- und Duschsituationen erfordern besonderen Schutz der Privatsphäre
- Trainingslager, Fahrten und Übernachtungen schaffen Situationen außerhalb des Alltags
- Es bestehen oft Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Trainer*innen und Sportler*innen
- Trainer*innen werden häufig als Vorbilder wahrgenommen
- Ein „harter Trainerstil“ kann Grenzverletzungen normalisieren
- Engagierte Personen genießen oft großes Vertrauen im Verein
- Leistungsdruck und Konkurrenzsituationen können Machtgefälle verstärken
Diese Faktoren machen es umso wichtiger, klare Regeln, Transparenz und Sensibilität zu schaffen – für alle Formen interpersoneller Gewalt.
Wenn du eine Situation beobachtest, die dir ungewöhnlich oder grenzüberschreitend erscheint?
- Ruhe bewahren und keine vorschnellen Schlüsse ziehen
- Beobachtungen sachlich und ohne Bewertung dokumentieren (Was genau? Wann? Wer war beteiligt?)
- Keine Gerüchte verbreiten
- Kontakt zu einer Ansprechperson im Verein aufnehmen
Wichtig: Führe keine eigenen Ermittlungen oder Befragungen durch, sondern informiere eine Ansprechperson im Verein und halte Deine Beobachtungen sachlich fest.
Wenn sich dir eine Person anvertraut?
- Höre aufmerksam zu und nimm‘ die Person und ihr Anliegen ernst
- Bewerte nicht und stelle keine Fragen, die Antworten in eine Richtung beeinflussen könnten (Suggestivfragen)
- Würdige den Mut der Person und das Vertrauen in deine Person
- Mache keine falschen Versprechen
- Erkläre transparent, dass du Unterstützung hinzuziehen musst
- Stelle zeitnah Kontakt zu den Ansprechpersonen her
Das Wichtigste: Die Person steht im Mittelpunkt – mit ihren Bedürfnissen und ihrem Tempo.
So handeln wir als Verein!
Der SV Marienloh e.V. hat klare Abläufe für den Umgang mit Verdachtsfällen. Dabei gilt:
- Jeder Hinweis wird ernst genommen und strukturiert geprüft
- Entscheidungen werden niemals allein getroffen
- Externe Fachstellen werden bei Bedarf einbezogen
- Der Schutz der betroffenen Person hat oberste Priorität
- Vertraulichkeit und Persönlichkeitsrechte werden gewahrt
- Öffentlichkeitsarbeit erfolgt ausschließlich abgestimmt und verantwortungsvoll
Konkrete Abläufe sind in unserem Interventionsplan geregelt.
Dokumente & Downloads
Transparenz und Verbindlichkeit sind zentrale Bestandteile unseres Schutzkonzeptes. Deshalb stellen wir alle relevanten Unterlagen offen zur Verfügung. Sie geben Orientierung, schaffen Klarheit und unterstützen alle Beteiligten im Vereinsalltag.
Folgende Dokumente stehen in Kürze hier zum Download bereit:
- Ehrenkodex (in Anlehnung an den LSB NRW)
- Verhaltensleitfaden für Trainer und Übungsleiter
- Dokumentationsbogen (zur strukturierten Erfassung von Beobachtungen und Vorfällen)
- Schutzkonzept des SV Marienloh e.V. (Gesamtdokument)
- Selbstverpflichtungserklärung für Mitarbeitende
Die Dokumente sind verbindlicher Bestandteil unserer Vereinsarbeit und bilden die Grundlage für ein sicheres, respektvolles Miteinander.
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